Katzensprache
Wenn ich mit dir rede,
sage ich „miau“.
Doch bist du schlau,
kennst du alle Zeichen,
denn nur mein Laut wird da nicht reichen.
Wenn ich wohl mich fühle,
klar, daß ich dann schnurre,
meinetwegen auch purre;
ich lege mich auf den Rücken
und ernte dein Entzücken.
Doch wehe, ich habe Angst,
dann sind meine Augen hellwach.
Bitte mach jetzt keinen Krach.
Denn dann werde ich mich verstecken,
kann ja so leicht erschrecken.
Ist wieder alles in Butter,
kann ich mich genüßlich recken
und Pfötchen um Pfötchen strecken,
werde um deine Beine streichen
und dir nicht von der Seite weichen.
Doch mach ich einen Buckel,
schau lieber genau hin.
Was wohl schwebt mir da im Sinn?
Ist es Gymnastik bloß
oder stürme ich gleich los?
Kann auch sein, daß ich spielen möchte,
dann kuller ich den Ball,
springe im freien Fall,
laufe vor dir weg
und erschrecke dich aus meinem Versteck.
Zum Zeichen meiner Liebe
bringe ich dir Geschenke mit,
folge dir auf Schritt und Tritt.
Und wenn mein Köpfchen dich sanft berührt,
dann weiß ich, jetzt bist du gerührt.
(Autorin und Copyright: Kirsten Schulitz)